Ausbildung Zulassung KJP



Die Themen rund um die Ausbildung am IVS:

Zulassung zur Ausbildung zum/r Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten /in

Diese Ausbildung ist weiterhin für Pädagogen und Sozialpädagogen ohne Einschränkung möglich! (Alles andere ist ein Gerücht!)
Wenn eine Reform des Psychotherapeutengesetzes überhaupt stattfinden sollte, wird dies auch danach auf Grund der Übergangsvorschriften noch lange Zeit  – geplant sind 12 Jahre ab der Verabschiedung des Gesetzes – weiterhin möglich sein! Wer also vor einer Reform des Psychotherapeutengesetz einen solchen pädagogischen Studiengang beginnt oder derzeit noch studiert, wird auch nach einer Verabschiedung des Gesetzes nach den heute geltenden Bedingungen zur Ausbildung zugelassen werden müssen und die Approbation erwerben können. Und wer eine Approbation hat, dem kann sie auch nicht durch ein reformiertes Gesetz entzogen werden!  Wer etwas anderes behauptet, kennt die Fakten nicht! Bitte helfen Sie mit, dieser Desinformation (Fake-News?) entgegenzuwirken! Die entstandene Gerüchteküche sollte nicht noch mehr Panik erzeugen oder gar zu individuellen Fehlentscheidungen führen!

Aus dem aktuellen „Arbeitsentwurf eines Gesetzes zur Reform der Psychotherapeutenausbildung (Psychotherapeutenausbildungsreformgesetz – PsychThGAusbRefG)“ des Bundesministeriums für Gesundheit (§ 29 Übergangsvorschriften)

Ganz aktuell! Eine überraschende und weitreichende Entscheidung! Die Arbeitsgemeinschaft der deutschen Landesprüfungsämter hat am 15.05.2018 beschlossen, wie das Urteil des Bundesverwaltungsgericht in Leipzig (BVerwG 3 C 122.16 – 17.08.2017; http://www.bverwg.de/de/170817U3C12.16.0) künftig umgesetzt wird:  Für die Zulassung zur/m Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten/in (KJP) wird zukünftig ein Master-Abschluss in Pädagogik, Soziale Arbeit, Erziehungswissenschaften und Bildungswissenschaften notwendig und ausreichend sein. Dieser muss nicht auf einem fachbezogenen Bachelor-Abschluss aufbauen Auch die Dauer des Masterstudiums ist nicht von Bedeutung (Schreiben des Landesprüfungsamts für Medizin, Pharmazie und Psychotherapie der Regierung von Oberbayern vom 01.06.2018).

Dies gilt auch für Abschlüsse an einer Universität oder gleichstehenden Hochschule in einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union oder in einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraums.

Studienabschlüsse, die in Drittstaaten erworben wurden,  müssen zur Bewertung der Gleichwertigkeit bei der ZaB in Bonn eingereicht werden (ZaB = Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen, 53012 Bonn, Postfach 2240).

Jährlich können am IVS

32 Ausbildungsteilnehmer die 3-jährige Ausbildung (Vollzeit) und weitere

32 Ausbildungsteilnehmer die 5-jährige (Teilzeit) Ausbildung zur/m Kinder und Jugendlichenpsychotherapeuten/in beginnen.

Zugelassen zur Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten sind Diplom-Pädagogen/innen, Diplom-Sozialpädagogen/innen, Schulpsychologen/innen und auch Diplom-Psychologen. In Bayern sind Bachelor-Abschlüsse in diesen Studiengängen nicht ausreichend. Es wird ein Masterabschluss benötigt.

Für alle Lehrer/innen mit 1. Staatsexamen

sowie

Schulpsychologen/innen, Sonderpädagogen/innen und Heilpädagogen/innen,

könnte sich die Situation nach der oben beschriebenen aktuellen Entscheidung der Landesprüfungsämter jedoch ändern!  Sie konnten in Bayern (noch) zur Ausbildung zugelassen werden, wenn sie ihr Studium bis zum Sommersemester 2014 begonnen hatten (Laut einem aktuellen Schreiben des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege vom 25.11.2014, Az. G32a-G8530.01-2013/28-64.).

Dies bezieht sich auf das Schreiben des damaligen Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Gesundheit zum Vollzug des Psychotherapeutengesetzes (PsychThG) vom 04.08.2000 :

„1.2 Die Voraussetzungen des § 5 Abs. 2 Nr. 2b) PsychThG für den Zugang zur Ausbildung
zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten erfüllen:

1.2.1 der Abschluss eines erziehungswissenschaftlichen Diplomstudiengangs an staatlichen oder
staatlich anerkannten Hochschulen; dies sind folgende Abschlüsse:
• Diplom-Pädagoge,
• Diplom-Sozialpädagoge,
• Diplom-Sonderpädagoge,
• Diplom-Heilpädagoge.

1.2.2 Master- oder Magisterabschlüsse in Pädagogik i. 5. d. § 19 Abs. 4 HRG / Art. 86a Abs. 4
BayHSchG (sog. konsekutive Studienabschlüsse),

1.2.3 (grundständiger) Magisterabschluss mit Hauptfach Pädagogik oder Sonderpädagogik,

1.2.4 Erste Staatsprüfung für ein Lehramt an Grundschulen, Hauptschulen, Realschulen, Sonderschulen
und an beruflichen Schulen gemäß LPO 1 in sämtlichen Fächerverbindungen,

1.2.5 Erste Staatsprüfung für ein Lehramt an Gymnasien (gemäß LPO 1) mit einer Fächerverbindung
mit vertieftem Studium der Fächer Psychologie, Pädagogik oder schulpsychologischen
Schwerpunkt,

1.2.6 Lehramtsabschlüsse anderer Länder sind als gleichwertig anzuerkennen, soweit die zu Grunde
liegenden Prüfungsordnungen ein vergleichbares erziehungswissenschaftliches Studium im
Umfang von mindestens 30 SWS beinhalten,

1.2.7 Abschluss im bayerischen Fachhochschulstudiengang Soziale Arbeit (früher Sozialwesen);
Abschluss: Diplom-Sozialpädagoge (FH).

1.3 Folgende Studienabschlüssen erfüllen nicht die Voraussetzungen des § 5 Abs. 2 Nr. 2b)
PsychThG für den Zugang zur Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten:

1.3.1 (grundständiger) Magisterabschluss mit Pädagogik oder Sonderpädagogik als Nebenfach,

1.3.2 Abschluss im Fachhochschulstudiengang Religionspädagogik,

Die Regierung von Oberbayern und die Regierung von Unterfranken werden gebeten, die anerkannten
Ausbildungsstätten zu informieren.“


Wenn diese Informationen nicht ausreichen, z.B. wenn es um die Frage der Gleichwertigkeit ausländischer Studiengänge geht, sollten sich Interessierte an die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) in 53012 Bonn, Postfach 2240 wenden.

Aktuell:
Der Masterabschluss für die Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichentherapeuten/in wird wohl auch in anderen Bundesländern notwendig. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Leitenden Klinikärzte lehnt es nach Beschlussfassung in der letzten Mitgliederversammlung am 17.-18.11.2011 ab, Bachelorabsolventen als Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten in Ausbildung bzw. KJPths im Praktikum an den Abteilungen und Kliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie zu beschäftigen. Tenor der Begründung: Der Beruf des Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten ist ein medizinischer Heilberuf. Gerade in der individuellen, psychotherapeutischen Abhängigkeitsbeziehung zu Kindern und Jugendlichen komme dem Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten eine besondere Verantwortung zu. Für einen medizinischen Heilberuf mit selbständiger Ausübung sei ein akademischer Abschluss Voraussetzung. Für Kinder und Jugendliche mit den interagierenden Problemlagen psychischer, somatischer und sozialer Natur sollten die Anforderungen an die Wissensbasis besonders hoch gestellt werden. Die Fähigkeit, wissenschaftliche Erkenntnisse selbständig zu rezipieren, müsse für die KJPths gegeben sein. Das setze einen Master-Abschluss voraus.

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